Schachverein Ströbeck

Förderverein zur Wahrung und Pflege der Schachtradition



Schach- das populärste Brettspiel Europas  

Schach ist, noch vor Dame, Mühle, Halma und Mensch ärgere dich nicht, das populärste Brettspiel in Europa. Go und die dem Schach recht ähnlichen Spiele Xiangqi, Shōgi und Makruk nehmen einen ähnlichen Platz in ostasiatischen Kulturen ein.

Es wird sowohl zum reinen Vergnügen, als auch wettkampfmäßig gespielt, in Schachvereinen, Turnieren, online oder per Brief und E-Mail (Fernschach).

Des weiteren wurde Schach schon von Künstlern als Motiv genutzt oder ist Bestandteil von Gemälden.  Die Ströbecker haben sogar ein Schachlied:  Ströbecker Schachlied

Als Ströbeck 2006 Gastgeber für die Kulturdörfer Europas war, wurde mit 100 Ströbeckern und Freunden ein zweistündiges Musical „Ströpker Zeitsprünge“ einstudiert und aufgeführt, in dem die Ströbecker Schachgeschichte erzählt wurde. (Text vom Halberstädter Autor Jürgen Westphal und Musik von Christoph Zwiener aus der Region Leipzig)



Die Schachpartie wird auf einem quadratischen Spielbrett, 


dem Schachbrett gespielt, das in 64 abwechselnd schwarze und weiße quadratische Felder eingeteilt ist, 


auf denen 16 schwarze und 16 weiße Figuren gezogen werden. 

hier geht es zum interaktiven Schachtraining

Bild von Markus Todt


Im Schachmuseum sind allerdings auch noch andere Schachbretter zu sehen wie z.b.: ein 3d Schachbrett von Zoelmer oder ein Quadroschachbrett. (Öffnungszeiten des Schachmuseums)

Die Spielfiguren sind gewöhnlich aus Holz oder Kunststoff, wobei es auch dekorative Spielsets gibt, die aus Stein, Glas oder Metall (z.B. Zinn) gefertigt sind. 

 

Ausstellungsstück des Schachmuseums

 


Schach ist eines der komplexesten Brettspiele. Die Zahl der theoretisch möglichen Stellungen wird auf 2 * 1043 geschätzt, die Zahl der möglichen Spielverläufe ist noch einmal um ein Vielfaches größer, wahrscheinlich größer, als die Zahl der Atome im Universum. In der Spieltheorie wird Schach den Nullsummenspielen zugeordnet.



Ausstellungsstück des Schachmuseums


Im Sinne der Spieltheorie handelt es sich bei Schach um ein Spiel mit vollständiger Information. Theoretisch könnte man also ermitteln, ob der weiße oder der schwarze Spieler bei perfekter Spielweise immer gewinnt, oder ob ein Spiel remis ausgeht, wenn beide perfekt spielen. Die momentan zur Verfügung stehenden Computer sind aber nicht leistungsfähig genug, um diese Frage zu beantworten.

Eine andere Form des normalen Schachspiels konnte man 2015 bei der IDJM in Ströbeck beobachten - das Tandemschachspiel. Die Youngster- Großmeister haben es zur Entspannung nach dem Turnierbetrieb gespielt.

Das Tandemschach (im Englischen Bughouse Chess, auch AustauschschachKonferenz oder Berliner Vierergenannt) ist eine Variante des Schach, bei dem sich an zwei Schachbrettern vier Spieler, jeweils zwei nebeneinander sitzend zusammen als Team, gegeneinander spielen. Jeder einzelne Spieler spielt mit seinem Teamkollegen (der die andere Spielfarbe hat) gegen seinen direkten Brettgegner, dessen schräg sitzenden Teampartner und gegen die Zeit. Gewonnen hat ein Team, wenn das gegnerische Team aufgibt, bei dessen Zeitüberschreitung oder einem einzelnen Brettmatt. Grundsätzlich gelten die normalen Regeln des Weltschachbunds FIDE.

Wird jedoch eine Figur geschlagen, wird diese zum Partner gereicht, der sie an Stelle eines Zuges auf seinem eigenen Brett auf einem freien Feld einsetzen darf. Für das Einsetzen von Figuren gelten besondere Regeln .

Gewinnt ein Spieler durch Zeitüberschreitung oder indem er seinen Gegner mattsetzt, hat seine Mannschaft gewonnen, die andere Partie gilt als beendet. Ist die Uhr von jeweils einem Spieler eines Teams abgelaufen oder setzt jeweils ein Spieler eines Teams zeitgleich seinen Gegner matt, wird der Kampf als Unentschieden gewertet.

Ohne den Einsatz von Schachuhren ist Tandemschach nicht spielbar, da der Zeitfaktor eine wesentliche Rolle spielt: Ohne eine laufende Uhr wäre ein Spieler, der direkt vor einem Schachmatt oder einem Figurverlust steht, nicht gezwungen, irgendwann zu ziehen.

(WIKIPEDIA)

(Weitere Informationen und Anregungen zum Tandemschach)


Historisches aus der Geschichte des Schachspiels

Gemälde von W. Pleisant, Halberstadt

Kein anderes Spiel übt ein so hohes Maß an Faszination aus wie das Schachspiel. Dieses alte und doch ewig junge Spiel zieht seit mehr als tausend Jahren die Menschen in seinen Bann und entführt sie in die unauslotbare Tiefe seines eigenen Kosmos.  

Über die verzaubernde Kraft des Schachspiels ist vielfach gerätselt worden. Aber auf die grundsätzliche Frage nach dem Wesen des Spiels fehlt nach wie vor eine eindeutige Antwort. Elemente von Kunst, Wissenschaft, Sport und Spiel durchdringen das Phänomen Schach, ohne jedoch seine wirkenden Kräfte in ihrer Gesamtheit erklären zu können. 

Das Schachspiel, ein Geschöpf menschlichen Geistes, hat sich über seinen Schöpfer erhoben und eine eigenständige Seele entwickelt, die sich letztendlich dem Zugriff menschlichen Geistes entzieht. So verwundert es nicht, dass auch die Herkunft eines derartigen Spiels die Menschen schon immer beschäftigte. Seit alters her umranken Mythen und Legenden die Entstehungsgeschichte des Schachs und kleiden seinen Ursprung in ein Gewand märchenhafter Erzählungen.

Die Suche nach einem Körnchen Wahrheit in diesen Überlieferungen führt fast tausend Jahre zurück in die persisch-arabische Legendenwelt, wo Sagen,Märchen und Wirklichkeit miteinander verwoben sind. Hier finden sich Hinweise auf die tatsächliche Herkunft des Schachspiels. Als sein Geburtsland wird in den ältesten Schacherzählungen übereinstimmend Indien genannt. Doch Angaben über die Zeit und Umstände der Schachentstehung erscheinen auch in den alten Legenden widersprüchlich und zweifelhaft. Der Mangel an historischem Wissen wurde hier mit der Fantasie altorientalischer Erzählweise ausgeglichen.  

Auch die moderne Geschichtsforschung hat das Rätsel um den Ursprung des Schachspiels nicht lösen können. Historisch fundierte Zeugnisse über die Entstehung des Spiels haben sich nicht erhalten.  

Doch bei genauer Betrachtung können die frühesten Zeugnisse der Schachgeschichte etwas über ihre eigene Vergangenheit erzählen. Ausgehend von einem Rückblick in das Dunkel um die Schachentstehung soll in der Folge der tiefgreifende Wandel des Schachspiels bis in die Gegenwart beschrieben werden.  


Das Schachspiel hat eine internationale Ausstrahlung und verbindet Kulturen

In der Vergangenheit war das Schicksal des Schachspiels immer eng verwoben mit den großen politischen Entwicklungen der letzten tausend Jahre. In der Gestaltung seiner Spielsteine erschien stets der prägende Einfluss der geistigen Strömungen ihrer jeweiligen Umgebung.  

Hat das Schachspiel auch im Lauf der Jahrhunderte sein äußeres Gesicht verändert und selbst sein Regelsystem eine Änderung erfahren, so blieb doch die verzaubernde Wirkung des Spiels unangetastet von kulturellen Einflüssen und dem Wandel der Zeit.  

Von dieser die Menschen berührenden Kraft des Schachspiels erzählen schon die frühesten Schachlegenden. Hier ist auch von einer erzieherischen Funktion durch das Spiel die Rede und von seinem heilenden Einfluss auf die Unerträglichkeit sinnentleerter menschlicher Existenz. In den ältesten Schachlegenden erscheint oft das Spiel als eigens zu diesem Zweck erdacht.  

Damals wie heute beinhaltet das Schachspiel persönlichkeitsbildende Werte, die nicht allein den Intellekt des Spielers fördern, sondern auch charakterliche Eigenschaften zu prägen und zu schulen vermögen.  

Die Fähigkeit zur kritischen Distanz beim eigenen Handeln wird beim Schachspiel ebenso geübt wie die Notwendigkeit zum vorurteilsfreien Denken. Ungeduld und Selbstüberschätzung kollidieren mit dem Spielverständnis ebenso wie Ignoranz und Desinteresse. Auf der Basis von Fairness und Respekt fördert das Schachspiel Gemeinschaftssinn und partnerschaftliches Verhalten. Dieses sind Eigenschaften, die zum gegenseitigen Verständnis und konstruktiven Zusammenleben befähigen, zwischen Mensch und Mensch, zwischen den Angehörigen einer Nationalität und denen anderer Volksgruppen.

So findet sich paradoxerweise in einem Spiel, das sich der Symbole des Krieges bedient, eine Philosophie des Friedens und der Völkerverständigung.